Ein früherer russischer Soldat forderte Wladimir Putin per Video zu einem Live-Auftritt im Fernsehen auf und wurde daraufhin festgenommen.

Was ist passiert? Ein Mann namens Alexander Lunin, der nach eigenen Angaben an der Front im Krieg gekämpft hat, hat ein Video ins Internet gestellt. Darin richtete er sich direkt an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er sagte, er wolle Putin im Live-Fernsehen treffen und ihm die "ganze Wahrheit" über den Krieg erzählen. Dabei stellte er eine Drohung: Wenn das nicht bald passiere, werde die Armee ihre Waffen gegen den Kreml richten. Kurze Zeit später wurde Lunin auf dem Weg nach Moskau von der Polizei festgenommen und für elf Tage in Verwaltungshaft gesteckt. Das bedeutet: Er sitzt erst einmal ohne Gerichtsverfahren im Gefängnis.

Wer hilft oder reagiert? Aus dem Kreml hat sich Sprecher Dmitri Peskow geäußert. Er sagte ruhig, man müsse sich die Sache "erst einmal anschauen". Das Video selbst hat eine enorme Reichweite bekommen: Etwa zehn Millionen Menschen haben es innerhalb kurzer Zeit gesehen, Hunderttausende haben es geliked – obwohl Instagram in Russland eigentlich gesperrt ist. Lunins Frau hatte zuvor gesagt, die Polizei habe nachts sein Haus in der Region Woronesch durchsucht, ihn dort aber nicht gefunden.