In Rumänien ist ein Streit um die nächste Regierung ausgebrochen, weil der designierte Premier sein Mandat zurückgab und der Präsident einen neuen Kandidaten ernannte.

Was ist passiert? In Rumänien sollte eigentlich Eugen Tomac eine neue Regierung bilden. Er schaffte es aber nicht, genug Unterstützung im Parlament zu finden. Deshalb gab er seinen Auftrag am Sonntagmorgen zurück. Daraufhin hat Präsident Nicușor Dan einen anderen Politiker beauftragt: Adrian Vestea, der aktuell den Kreisrat der Stadt Brașov leitet. Vestea will ein Kabinett aus Politikerinnen und Politikern bilden, also keine Expertinnen und Experten ohne Parteibuch.

Wer hilft oder vermittelt? Die wichtigste Partei in dieser Geschichte ist die PNL, die Nationalliberale Partei. Ihr Chef Ilie Bolojan ist zurzeit auch Übergangs-Regierungschef. Er und seine Parteispitze haben gesagt, sie wurden vorher nicht informiert und fühlen sich übergangen. Deshalb trifft sich die erweiterte PNL-Spitze jetzt, um gemeinsam zu entscheiden, wie sie weiter vorgeht. Politische Beobachterinnen und Beobachter in Rumänien versuchen ebenfalls, die Lage einzuordnen, und kritisieren das Vorgehen des Präsidenten als undemokratisch.