Forschende haben in Taiwan den höchsten bekannten Baum Ostasiens entdeckt: eine 84,1 Meter hohe Taiwania mit dem Spitznamen „Himmelsschwert des Da'an-Flusses".

Der Baum steht in den Bergen Taiwans in schwer zugänglichem Gelände. Er wurde 2023 nach jahrelanger Suche gefunden und dann mit einem Maßband von der Krone bis zum Boden gemessen. Insgesamt ist er 84,1 Meter hoch und gehört zur Art Taiwania cryptomerioides, einer Verwandten der Zypressen.

Das Team um Rebecca Chia-Chun Hsu vom Taiwanischen Forstforschungsinstitut suchte mit Laserscans aus Flugzeugen, sogenanntem LiDAR. Daraus entstand ein 3D-Modell der Landschaft. Weil die Software auf den steilen Hängen viele Bäume zu groß einschätzte, prüften Hunderte Freiwillige die Daten am Bildschirm. So fanden sie am Ende 941 Bäume, die höher als 65 Meter sind.

Die einheimischen Rukai nennen die großen Taiwania-Bäume „Bäume, die den Mond berühren". Taiwan eignet sich besonders gut für solche Riesen, weil es dort alte Wälder auf steilen Bergen gibt. Zum Vergleich: Der höchste Baum der Welt, der Küstenmammutbaum „Hyperion" in Kalifornien, ist über 115 Meter hoch. In Deutschland kommt die Douglasie „Waldtraut vom Mühlwald" in Freiburg auf über 67 Meter.

Warum ist das spannend? Solche Funde zeigen, wie groß und alt Wälder werden können, wenn man sie in Ruhe lässt. Sie helfen Forschenden, seltene Bäume zu schützen und Frühwarnsysteme für den Wald zu verbessern. Und sie beweisen: Es gibt in der Natur noch echte Giganten zu entdecken, sogar direkt vor unserer Haustür.