Am 4. Juni 1989 schlug das Militär in Peking friedliche Proteste blutig nieder – bis heute ist das Geschehen in China ein Tabu.

Was ist passiert? Vor 37 Jahren haben sich in Peking viele Studierende und normale Bürger wochenlang für mehr Demokratie und gegen Korruption versammelt. Auf dem großen Platz vor der Verbotenen Stadt, dem Tian'anmen-Platz, standen sie Tag und Nacht. In der Nacht zum 4. Juni 1989 schickte die Regierung Soldaten, die mit Waffen gegen die Demonstranten vorgingen. Dabei wurden Hunderte Menschen getötet. Eine genaue Zahl kennt bis heute niemand.

Wer hilft, dass es nicht vergessen wird? Außerhalb Chinas, in Taiwan, in den USA und in vielen anderen Ländern erinnern Menschen jedes Jahr am 4. Juni an die Opfer. Es gibt Künstler wie Chen Sanmu in Hongkong, der mit einem 6,4 Meter langen roten Faden an das Datum erinnert. Angehörige haben sich in der Gruppe „Mütter des Tian'anmen“ zusammengeschlossen und fordern Aufklärung von der chinesischen Regierung. Auch Politiker wie der taiwanische Präsident Lai Ching-te und US-Außenminister Marco Rubio sprechen jedes Jahr öffentlich darüber, damit die Geschichte nicht verschwindet.