Eine neue Analyse des Bundestags zeigt: Wer als Beamter arbeitet, bekommt im Alter oft deutlich mehr Geld als jemand mit normaler Rente.

Stell dir vor, du arbeitest 40 Jahre lang - als Beamtin oder als normaler Angestellter. Im Alter könnte das Ergebnis sehr unterschiedlich aussehen. Anfang 2025 bekamen Pensionäre des öffentlichen Dienstes im Durchschnitt 3.416 Euro brutto im Monat. Bei den rund 20 Millionen gesetzlichen Rentnerinnen und Rentnern waren es Ende 2024 im Schnitt nur 1.154 Euro im Monat. Das ist fast dreimal so viel.

Bei den gesetzlichen Renten sieht es so aus: Rund 37 Prozent liegen unter 900 Euro im Monat. Die größte Gruppe mit 3,2 Millionen Menschen bekommt zwischen 900 und 1.200 Euro. Nur etwa 17 Prozent schaffen es über 1.800 Euro. Bei den Beamten ist es umgekehrt: Rund 60 Prozent bekommen mindestens 3.000 Euro brutto, nur etwa 7 Prozent landen bei maximal 2.000 Euro.

Warum ist das so? Die Beamtenpension wird komplett aus Steuern bezahlt und ist eine Vollversorgung. Die gesetzliche Rente ist ein Solidarsystem: Alle Arbeitnehmer zahlen Beiträge ein, und daraus werden die Renten finanziert. Außerdem haben viele Rentner Lücken im Lebenslauf, etwa durch Minijobs, Kindererziehung oder Jobwechsel. Das drückt die Durchschnittsrente nach unten.

Die Linke im Bundestag kritisiert das als ungerecht. Ihre Expertin Sarah Vollath hat nachgerechnet: Ein normaler Arbeitnehmer müsste 80 Jahre arbeiten, um auf die durchschnittliche Beamtenpension zu kommen. Die Linke will deshalb, dass auch Beamte in die gesetzliche Rente einzahlen - in eine sogenannte Erwerbstätigenversicherung. Die Rentenkommission der Bundesregierung unterstützt diese Idee grundsätzlich, will Beamte aber vorerst noch nicht einbeziehen.