Eine Studie will, dass Beschäftigte in Deutschland künftig erst später ohne Abschläge in Rente gehen dürfen.
Was ist passiert? Die Bertelsmann-Stiftung und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) haben vorgeschlagen, die sogenannte „Rente mit 63" abzuschaffen. Das ist eine Regelung, mit der Beschäftigte nach 45 Beitragsjahren zwei Jahre früher in Rente gehen können, ohne finanzielle Einbußen. Jedes Jahr nutzen das laut Studie etwa 250.000 bis 280.000 Menschen. Wäre die Regelung weg, würden viele Beschäftigte etwa zehn Monate länger arbeiten – das wären rund 125.000 zusätzliche Vollzeitkräfte für Deutschland. Der Staat könnte so nach Berechnungen der Forscher rund 9,5 Milliarden Euro pro Rentnerjahrgang sparen.
Wer hilft? Die Bundesregierung plant gerade ein größeres Reformpaket, das auch die Rente betrifft. Eine eigene Kommission soll Ende Juni ihren Bericht dazu vorlegen. Außerdem schlagen die Forscher Ausnahmen für Menschen vor, die hart gearbeitet haben oder gesundheitlich Probleme haben. So soll es zum Beispiel Härtefallregelungen geben, individuelle Gesundheitsprüfungen oder den Nachweis, dass der Job körperlich sehr anstrengend war. Damit niemand einfach in die Röhre schaut.
