Der Rechnungshof hat zwei Berichte über die Wirtschaftskammer Österreich veröffentlicht und kritisiert, dass wichtige Bezüge nicht klar nachvollziehbar sind.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist die freiwillige Interessenvertretung der heimischen Unternehmen. Der Rechnungshof – das ist ein unabhängiges Kontrollorgan des Staates – hat nun den Zeitraum von 2020 bis 2024 geprüft. Sein Ergebnis: Für die Bezüge der Funktionäre, also der gewählten Vertreterinnen und Vertreter, gibt es seit mindestens 1996 keine klar dokumentierte Grundlage. Heißt: Niemand kann heute genau sagen, warum wer wie viel bekommt. Besonders auffällig waren die Sonderverträge für den Generalsekretär und seinen Stellvertreter, deren Gehälter die internen Obergrenzen deutlich überschritten haben.

Die WKÖ hat auf die Kritik reagiert und bereits erste Reformen gestartet. Unter der neuen Präsidentin Martha Schultz wurde beschlossen, die Zahl der Mitarbeiter von rund 800 auf 600 Vollzeitstellen zu senken und die Zahl der Stellvertreter des Generalsekretärs von drei auf einen zu reduzieren. Externe Berater der Firma KPMG begleiten den Prozess; ihr Auftrag hat ein Volumen von rund 1,9 Millionen Euro. Generalsekretär Jochen Danninger sagt, der Rechnungshof-Bericht widerspreche dem Reformkurs nicht, sondern ergänze ihn: „Dort, wo der Rechnungshof Verbesserungspotenzial aufzeigt, wird das in die laufenden Reformüberlegungen aufgenommen, geprüft und mit den bereits eingeleiteten Maßnahmen zusammengeführt.“