Der frühere kubanische Machthaber Raúl Castro ist zum ersten Mal seit Wochen wieder vor Kameras aufgetreten, obwohl die USA ihn wegen eines Vorfalls von 1996 anklagen.

Was ist passiert? Raúl Castro war lange nicht in der Öffentlichkeit zu sehen. Jetzt hat ihn das kubanische Fernsehen bei einer Feier des Innenministeriums in Havanna gezeigt. Das Besondere: Erst kürzlich hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump Anklage gegen ihn erhoben. Ihm wird vorgeworfen, er habe 1996 den Abschuss von kleinen Flugzeugen einer Gruppe kubanischer Exilanten befohlen. Damals starben vier Menschen. Zuvor hatte Castro schon an einer Trauerfeier für 32 kubanische Soldaten teilgenommen, die bei einer US-Militäraktion in Venezuela ums Leben kamen.

Wer hilft oder reagiert? Die kubanische Regierung wehrt sich gegen die Vorwürfe und sagt, der Abschuss von 1996 sei eine Verteidigung des eigenen Luftraums gewesen. Raúl Castro selbst zeigt sich bei staatlichen Auftritten und gibt damit das Bild ab, dass er sich von der Anklage nicht einschüchtern lässt. Internationale Organisationen wie die ICAO haben den Fall damals untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass die Flugzeuge über internationalem Wasser abgeschossen wurden, also nicht im kubanischen Luftraum.