In Braunschweig hat ein großer Prozess um ein früheres Pflegeheim in Langelsheim im Harz begonnen, in dem ältere Menschen laut Staatsanwaltschaft systematisch schlecht behandelt worden sein sollen.

Vier frühere Verantwortliche des Heims stehen vor Gericht: ein Betreiber-Ehepaar, ein früherer Heimleiter und eine frühere Pflegedienstleiterin. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen in 17 Fällen vor, Bewohner mit Medikamenten ruhig gestellt, in ihren Zimmern eingeschlossen und teils mit hochgezogenen Bettgittern fixiert zu haben. Außerdem sollen sie mit falschen Angaben höhere Pflegegrade erschlichen haben, um mehr Geld von der Pflegekasse zu bekommen.

Schon seit 2005 gab es laut Landkreis Goslar immer wieder Hinweise auf Probleme in dem Heim. Erst 2020 wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen, diesmal mit Erfolg und einer Anklage. Oberstaatsanwalt Hans Christian Wolters sprach von einem „umfassenden Herrschaftsregime“ in dem Heim. Die Verteidiger haben sich bisher nicht öffentlich geäußert. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für alle Angeklagten die Unschuldsvermutung.