Am Landesgericht St. Pölten wird gerade der Prozess gegen zwei Brüder fortgesetzt, die laut Anklage in einer Chatgruppe über einen Anschlag auf die Vienna Pride im Jahr 2023 geredet haben sollen.

Was ist passiert? Vor Gericht stehen ein 20-Jähriger und sein 23-jähriger Bruder. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, dass sie in einer Telegram-Gruppe mit anderen über einen Anschlag auf die Vienna Pride vom 17. Juni 2023 gesprochen haben sollen. Ihr jüngerer Bruder war schon im Sommer 2025 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er die Vorwürfe zugegeben hatte. Die beiden älteren Brüder schweigen und sagen nichts dazu. Wichtig: Laut Anklage geht es nur um die Mitgliedschaft in einer terroristischen und einer kriminellen Gruppe – ein direkter Anschlag ist nicht angeklagt.

Wer hilft? Der österreichische Inlandsnachrichtendienst DSN ist durch Hinweise eines ausländischen Partnerdienstes auf die Chatgruppe aufmerksam geworden und hat die drei jungen Männer damals festnehmen lassen. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat den Fall akribisch aufgearbeitet, ein Gericht in St. Pölten verhandelt ihn jetzt mit Sachverständigen und Zeuginnen und Zeugen. So zeigt sich, dass Sicherheitsbehörden, Justiz und internationale Partner zusammenarbeiten, um Radikalisierung im Internet zu erkennen und strafrechtlich zu verfolgen.