In Südkoreas Hauptstadt haben am Wochenende über 10.000 Menschen bei einer Pride-Demo mitgemacht, während direkt daneben eine ebenso große Gegendemo stattfand.

Was ist passiert? In Seoul hat am Samstag das Seoul Queer Culture Festival stattgefunden, der größte Pride-Umzug in Südkorea. Bei 30 Grad sind mehr als 10.000 Menschen durch die Innenstadt gezogen, haben Regenbogenflaggen geschwenkt und an Ständen zum Beispiel kostenlose HIV-Tests bekommen. Auf einer Bühne ist eine Drag-Künstlergruppe aufgetreten. Gleichzeitig haben sich nur wenige hundert Meter entfernt, direkt vor dem Rathaus, über 10.000 Gegendemonstrantinnen und -demonstranten versammelt. Sie haben Kirchenlieder gesungen und für ein "gesundes Korea" geworben. Für sie ist Homosexualität eine Sünde. Ein 19-jähriger Student, der zum ersten Mal bei einer Pride-Veranstaltung war, sagte: "Ich bin heute gekommen, weil ich schwul bin und zum ersten Mal eine Pride-Veranstaltung erleben wollte." Er erzählte auch, dass in seiner Schulzeit offen gegen Schwule und Lesben gehetzt wurde und sich die Stimmung erst an der Universität gebessert hat.