Die Bundesnetzagentur darf erstmal keine unabhängige Prüfung der Brieflaufzeiten der Deutschen Post mehr beauftragen, weil sie einen Prozess vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verloren hat.
Stell dir vor, du schickst einen Brief an deine Oma – und niemand schaut offiziell nach, ob er rechtzeitig ankommt. Genau das passiert gerade. Eine Behörde, die Bundesnetzagentur, sollte eigentlich jedes Jahr mit 60.000 Testbriefen messen, wie schnell die Post arbeitet. Doch ein Gericht in Düsseldorf hat entschieden, dass die Behörde das nicht so machen darf, wie sie es geplant hatte. Deshalb muss sie ein neues Vergabeverfahren starten – also eine neue Ausschreibung, bei der sich Firmen bewerben können. Das dauert lange. Experten sagen: Erst 2028 könnte wieder gemessen werden.
Im Gesetz steht: 95 Prozent der Briefe müssen innerhalb von drei Werktagen ankommen, 99 Prozent innerhalb von vier Tagen. Die Deutsche Post sagt selbst, dass sie das schafft: 2025 seien 97,4 Prozent der Briefe pünktlich gewesen. Trotzdem darf die Bundesnetzagentur eigene Angaben des Konzerns nicht einfach als Beweis nehmen. Sie will wirklich unabhängige Daten haben. Ohne diese Daten kann sie auch keine Strafen (Bußgelder) verhängen, falls die Post mal schwächelt.
