Eine traditionalistische katholische Gruppe hat Bischöfe geweiht, obwohl der Papst es verboten hat. Damit gibt es einen grossen Streit.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X., auch Piusbrüder genannt, hat Anfang Juli 2026 neue Bischöfe geweiht. Papst Leo XIV. hatte sie zuvor eindringlich darum gebeten, dies nicht zu tun. In einem Brief schrieb er an den Leiter der Bruderschaft: "In diesem Geist und erfüllt von christlicher Liebe bitte ich euch und ersuche euch von ganzem Herzen: Kehrt um!" Die Bruderschaft hat sich nicht daran gehalten. Der Papst nennt die Aktion eine Abspaltung von der katholischen Kirche, auch Schisma genannt.
Die Bruderschaft gibt es seit 1970. Ihr Gründer, der französische Erzbischof Marcel Lefebvre, hatte schon 1988 ohne Erlaubnis des Vatikans Bischöfe geweiht. Daraus entstand ein Streit, der bis heute andauert. Die Piusbrüder halten an der alten kirchlichen Tradition fest und lehnen viele Veränderungen ab, die seit einem grossen Konzil in den 1960er Jahren gemacht wurden. Weltweit hat die Gruppe nach eigenen Angaben rund 600 000 Mitglieder.
