Pflegeheime in Deutschland sind deutlich teurer geworden – vor allem für Menschen, die gerade erst eingezogen sind und noch keine hohen Zuschüsse bekommen.

Was ist passiert? Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat ausgerechnet, was Menschen in Deutschland für einen Platz im Pflegeheim selbst zahlen müssen. Im ersten Jahr sind das im Durchschnitt 3.431 Euro im Monat – 256 Euro mehr als noch vor einem Jahr. In manchen Bundesländern wie Sachsen oder Sachsen-Anhalt sind es sogar fast 300 Euro mehr. Am teuersten ist Bremen mit 3.761 Euro, am günstigsten ist Sachsen-Anhalt mit 2.891 Euro im ersten Jahr. Grund sind vor allem höhere Personalkosten sowie teurere Unterkunft und Verpflegung.

Wer hilft? Die Pflegeversicherung übernimmt einen Teil der Kosten, und je länger jemand im Heim wohnt, desto höher werden die Zuschüsse: Im zweiten Jahr sinkt der Eigenanteil für die reine Pflege um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr sogar um 75 Prozent. Patientenschützer wie Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz fordern, dass die Bundesländer Ausbildungs- und Investitionskosten komplett übernehmen – das könnte laut Brysch die Kosten in Sachsen um 709 Euro im Monat senken. Auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant gerade eine Pflegereform.