Pflegeheime in Deutschland kosten im ersten Jahr inzwischen über 3.300 Euro im Monat aus eigener Tasche, und es sind Reformen geplant, die das Thema auch für junge Leute wichtig machen.

Was ist passiert? Der Verband der Ersatzkassen hat ausgerechnet, wie viel Menschen in einem Pflegeheim im ersten Jahr selbst bezahlen müssen – also alles, was die Pflegekasse nicht übernimmt. Bundesweit sind das im Schnitt 3.364 Euro pro Monat, in Nordrhein-Westfalen sogar 3.671 Euro. Damit ist die Belastung im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Der Grund: Pflegekräfte verdienen inzwischen besser, und diese höheren Löhne schlagen sich auf die Kosten für die Bewohner nieder. Gleichzeitig bereitet die Bundesregierung eine Pflegereform vor, die das System stabilisieren soll – unter anderem, weil für 2027 ein riesiges Loch von 7,6 Milliarden Euro erwartet wird.

Wer hilft? Die Pflegekasse übernimmt je nach Pflegegrad einen Teil der Kosten: Bei Pflegegrad 2 sind es 805 Euro im Monat, bei Pflegegrad 5 sogar 2.096 Euro. Außerdem gibt es gestaffelte Zuschüsse auf den reinen Pflegeanteil – im ersten Jahr 15 Prozent, im zweiten 30, im dritten 50 und ab dem vierten Jahr 75 Prozent. Je länger jemand im Heim wohnt, desto weniger bleibt also an Eigenanteil übrig. Auch Sozialverbände wie die Deutsche Stiftung Patientenschutz und Verbraucherschützer setzen sich dafür ein, dass die Kosten gedeckelt werden. Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien fordern eine Obergrenze von 1.000 Euro für die reine Pflege.