Vor knapp einem Jahr wurden im Nürnberger Tiergarten zwölf Paviane getötet – die Debatte darüber hält bis heute an.

Was ist passiert? Am 29. Juli 2025 ließ der Nürnberger Tiergarten zwölf Guinea-Paviane töten. Das hat der Zoo bisher so erklärt: Im Gehege war zu wenig Platz, eine andere Lösung wie ein Umzug in einen anderen Zoo habe es nicht gegeben. Die Tiere waren laut Zoo gesund. Gegen die Tötung gab es sofort Proteste. Menschen haben sich am Gehege festgekettet, sind auf das Gelände gegangen und haben dort ein Protestcamp aufgebaut. Es kamen Hassnachrichten und sogar Morddrohungen gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tiergartens.

Wer hilft jetzt? Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt. Fast 800 Strafanzeigen wurden gegen Verantwortliche des Tiergartens gestellt, unter anderem von der Organisation Pro Wildlife. Sie hat über das bayerische Umweltinformationsgesetz Tierdaten der letzten 35 Jahre ausgewertet. Danach sind in Nürnberg 187 Paviane geboren worden, ohne dass Tiere von außen dazukamen. Expertin Laura Zodrow sagt: "Da geht es um die ethische Frage unseres Tierschutzes - wird er ausgehebelt oder nicht?". Der Tiergarten versucht derzeit, Tiere an andere Zoos zu vermitteln. Das Europäische Erhaltungsprogramm (EEP) arbeitet an einem Konzept zum genetischen Austausch der Guinea-Paviane in Europa.