Forscherinnen und Forscher haben herausgefunden, dass die Ozonschicht schon viel länger geschädigt wurde als gedacht – allerdings durch einen anderen Stoff als bislang vermutet.
Stell dir vor, du schaust dir heute Wetterkarten an und überlegst: Was wäre, wenn wir solche Daten schon vor 70 Jahren gehabt hätten? Genau das hat ein Team um die Forscherin Susan Solomon vom MIT gemacht. Sie haben die Chemie der Atmosphäre mit modernen Werkzeugen zurückgerechnet und dabei Eisbohrkerne ausgewertet – also Bohrproben aus Gletschereis, in denen Luft aus früheren Jahrzehnten eingeschlossen ist. Das Ergebnis: Ein Stoff namens Tetrachlormethan hat die Ozonschicht schon ab den 1940er-Jahren angegriffen – fast 30 Jahre bevor das Ozonloch über der Antarktis 1985 entdeckt wurde.
Tetrachlormethan ist eine Chemikalie, die früher zum Beispiel in der Textilreinigung und als Lösungsmittel genutzt wurde – also als Flüssigkeit, mit der man andere Stoffe auflösen kann. Sowohl Tetrachlormethan als auch die bekannteren FCKW können Chlor freisetzen, ein chemisches Element, das Ozon in der Atmosphäre zersetzt. Die schützende Ozonschicht ist deshalb so wichtig, weil sie uns vor gefährlicher UV-Strahlung der Sonne schützt.
