Der russische Politiker Boris Nadeschdin wurde in Moskau festgenommen, kurz bevor er bei der Parlamentswahl antreten wollte.

Was ist passiert? In Russland wurde der Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin von Uniformierten abgeholt und zur Polizei gebracht. Das hat er selbst über die App Telegram erzählt. Kurz davor hatte das Justizministerium ihn als "ausländischen Agenten" eingestuft. Das bedeutet, dass er in Russland eigentlich nicht an Wahlen teilnehmen darf. Trotzdem will er im September für einen Sitz in der Duma kandidieren, dem russischen Parlament. Dafür sammelt er Unterschriften von Menschen, die ihn unterstützen.

Wer hilft? Nadeschdin gibt nicht auf. Er hat gesagt, dass er seinen politischen Kampf weiterführen will. Auch die wenigen anderen oppositionellen Politiker, die noch in Freiheit sind, machen auf die schwierige Lage aufmerksam. Sie berichten, dass der Druck auf Kritiker der Regierung vor der Wahl zunimmt. Ein Politologe namens Alexander Kynew sagt, die Festnahme solle Menschen mit eigener Meinung davon abschrecken, sich an der Wahl zu beteiligen.

Was kannst du tun? Auch wenn das Thema weit weg wirkt, geht es um eine wichtige Frage: Dürfen Menschen in einem Land noch ihre Meinung sagen und bei Wahlen antreten, wenn sie nicht der Meinung der Regierung sind? Du kannst dich über Russland und die Situation von Oppositionellen informieren, zum Beispiel mit seriösen Nachrichten oder Dossiers von Organisationen, die sich für Pressefreiheit einsetzen.