Die österreichische Regierung plant, die Regeln für Glücksspiel im Internet grundlegend zu ändern, und hat dafür eine Begutachtung mit 107 Stellungnahmen abgeschlossen.

In Österreich darf bisher fast nur die Plattform win2day Online-Glücksspiel anbieten, weil die Lotterien ein Monopol haben. Das Finanzministerium hat nun einen Entwurf vorgelegt, der dieses Monopol aufheben soll. Heißt: Wer die gesetzlichen Regeln erfüllt, darf in Zukunft mitmischen. In dem Entwurf geht es auch um neue Regeln zum Spielerinnen- und Spielerschutz.

Die Firma Casinos Austria gehört zu einem guten Drittel dem Staat und betreibt über die Österreichische Lotterien GmbH die Plattform win2day. Sie findet den Entwurf nicht gut und sagt: Wenn die Regeln nicht angepasst werden, wandern mehr Leute ins illegale Glücksspiel ab. Auch internationale Firmen wie Entain, Kaizen Gaming oder Bet-at-home haben sich gemeldet und wollen in Österreich starten, sobald es Lizenzen gibt.

Viele Sportvereine haben sich ebenfalls beteiligt. Sie wollen, dass mehr Geld aus den Glücksspiel-Abgaben direkt in den Sport fließt. Die staatliche Holding Öbag, der die Republik Österreich gehört, hat dagegen keine offizielle Stellungnahme abgegeben und sagt nur, dass sie ihre Einwände direkt bei den Ministerien vorgebracht hat.

Was als Nächstes passiert: Die Regierung liest jetzt alle 107 Stellungnahmen, überarbeitet den Entwurf vielleicht und bringt ihn dann ins Parlament ein. Dort entscheiden die Abgeordneten, ob das neue Gesetz wirklich kommt. Bis das soweit ist, kann noch einige Zeit vergehen.