Wegen überfüllter Gefängnisse plant die österreichische Justizministerin Anna Sporrer, rund 500 Häftlinge vorzeitig freizulassen.

In Österreich sitzen gerade sehr viele Menschen im Gefängnis. Anfang Juni 2026 waren es 9.124 Personen, aber die offiziellen Plätze reichen nur für 8.422. Das bedeutet: Die Gefängnisse sind zu etwa 108 Prozent ausgelastet. Deshalb will die Justizministerin jetzt handeln. Sie plant, dass ungefähr 500 Menschen früher als geplant aus der Haft entlassen werden. Das soll die Lage in den Gefängnissen entspannen. Wichtig: Die Zahl ist bisher nur eine Schätzung, und der Plan ist noch nicht endgültig beschlossen.

Damit niemand zu Unrecht freikommt, hat das Ministerium klare Regeln aufgestellt. Menschen, die schwere Gewalt- oder Sexualverbrechen begangen haben, sowie Terrorverdächtige bleiben weiter im Gefängnis. Auch Häftlinge, die nach dem Verbotsgesetz verurteilt wurden, und gefährliche Rückfalltäter sind ausgeschlossen. Personen, die elektronisch überwachten Hausarrest haben, kommen ebenfalls nicht für die Entlassung in Frage. Wer freikommen soll, muss sich im Gefängnis bewährt haben, zum Beispiel bei Freigängen oder anderen Resozialisierungs-Programmen.