In Israel hat das Parlament ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, das religiöses Studium besonders schützt und den Streit um den Militärdienst neu entfacht.
In Israel hat die Knesset, das Parlament, am Montag das sogenannte „Thora-Grundgesetz" verabschiedet. Damit wird das intensive Studium der Tora, also der jüdischen Heiligen Schrift, offiziell als nationaler Wert anerkannt. Das klingt erstmal abstrakt, hat aber ganz konkrete Folgen: Viele junge ultraorthodoxe Männer, also streng religiöse jüdische Männer, können sich statt auf den Wehrdienst ganz aufs religiöse Studium konzentrieren.
Während des Gaza-Kriegs und der Unruhen im Norden stand die israelische Armee stark unter Druck. Immer wieder mussten Reservisten, also Soldaten, die normalerweise einen anderen Beruf haben, einrücken. Viele Familien waren monatelang getrennt.
Premierminister Netanjahu ließ das Gesetz mit seinen ultraorthodoxen Partnern durchbringen, blieb aber selbst der Abstimmung fern. Auch der ehemalige Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und andere Oppositionelle kritisierten den Schritt scharf.
