Forscher haben berechnet, welchen Weg Hannibal mit seinen Kriegselefanten über die Alpen wohl genommen hat – und glauben, eine Antwort gefunden zu haben.
Stell dir vor, du ziehst mit einer Armee und echten Elefanten über riesige Berge – ohne Straßen, ohne Brücken, ohne Navi. Genau das hat Hannibal im Jahr 218 vor Christus gemacht. Seit Jahrhunderten streiten Forschende darüber, welchen Pass in den Alpen er dafür genommen hat. Jetzt hat ein Team vom Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in Leipzig eine neue Studie vorgestellt.
Die Forschenden haben nicht nur alte Texte gelesen, sondern auch ausgerechnet, wie viel Energie Elefanten auf verschiedenen Bergwegen gebraucht hätten. Denn Elefanten sind schwer, fressen viel und brauchen Pausen. Ein Pass, der zu steil oder zu karg ist, wäre für sie kaum machbar gewesen. Deshalb flossen in das Modell Daten zu Höhenunterschieden, Entfernungen und Weideplätzen ein.
Das Ergebnis: Am besten passt demnach der Col de la Traversette, ein hoher Pass in den Cottischen Alpen zwischen Frankreich und Italien. Auf etwa 2.950 Metern Höhe gibt es dort Wege, die für Mensch und Tier gerade noch machbar erscheinen. Andere bekannte Pässe wie der Kleine St. Bernhard oder der Col du Mont Cenis schneiden in den Berechnungen schlechter ab.
Die Studie zeigt, wie man alte Geschichte mit moderner Wissenschaft untersuchen kann. Statt nur zu raten oder alte Schriften zu deuten, nehmen Forschende Zahlen und Modelle zu Hilfe. So lässt sich viel genauer prüfen, was vor über 2.000 Jahren möglich war und was nicht. Am Ende bleibt aber offen: Ganz sicher weiß es niemand.
