Ein Nachrichtenmagazin hat alte NS-Karteien durchsucht und zeigt, dass die ersten Chefs der FPÖ fast alle Mitglieder der NSDAP waren.

Das Magazin Der Spiegel hat sich eine alte Mitgliederkartei der NSDAP angeschaut, die das US-Nationalarchiv veröffentlicht hat. In dieser Kartei steht, wer damals Mitglied in der Nazi-Partei war. Das Ergebnis: Alle vier Personen, die die FPÖ vor etwa 70 Jahren zuerst geleitet haben, waren in dieser Kartei eingetragen. Auch das Team, das nach dem ersten Parteitag im April 1956 übernommen hat, war komplett in der Kartei zu finden.

Die FPÖ hat bisher gesagt, ihre Partei sei aus ganz unterschiedlichen Gruppen entstanden – aus nationalistischen und liberalen Kräften. Die neuen Recherchen zeigen aber, dass das so nicht stimmt. Menschen mit NS-Vergangenheit haben von Anfang an die FPÖ geführt, nicht nur mitgemacht.

Außerdem wurden weitere bekannte Namen aus der FPÖ in der Kartei gefunden, zum Beispiel der Gründer Franz Rainer und die spätere Bundesfrauenleiterin Wilma Jobst.

Die SPÖ hat die neuen Erkenntnisse scharf kritisiert. Ihr Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim sagt: "Trotz Skandalen und Enthüllungen am laufenden Band kappt die FPÖ ihre Verbindungen zum Rechtsextremismus nicht." Auch Expertinnen und Experten sagen, dass ein Bericht der FPÖ aus dem Jahr 2019 wichtige Namen verschwiegen hat. Die FPÖ hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

Weil die Kartei gerade für alle zugänglich gemacht wurde, können Journalistinnen und Journalisten, Historikerinnen und Historiker und auch interessierte Bürgerinnen und Bürger selbst nachschauen, wer in der NSDAP war. So lässt sich die Geschichte besser aufarbeiten.