Vor zehn Jahren wurden am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen aus rassistischen Motiven getötet – Angehörige fordern jetzt mehr Zivilcourage.
Was ist passiert? Am 22. Juli 2016 hat ein 18-Jähriger im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München acht Jugendliche und eine Frau erschossen und danach sich selbst getötet. Insgesamt starben neun Menschen. Die Polizei sprach zuerst von einem Amoklauf. Erst nach drei Jahren stellte man klar: Es war ein rassistischer Anschlag. Am zehnten Jahrestag hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Gedenkfeier am Tatort besucht. Die Stadt München hat um 17:51 Uhr zu einer Schweigeminute aufgerufen – genau in der Minute, in der die Schüsse fielen.
Wer hilft? Sibel Leyla, deren Sohn Can mit 14 Jahren getötet wurde, geht an die Öffentlichkeit und erzählt, wie ihre Familie heute lebt. Sie kritisiert, dass Politikerinnen und Politiker sowie die AfD in ihren Augen jeden Tag gegen Migranten und Muslime hetzen. Gleichzeitig ruft sie junge Leute dazu auf, nicht zu schweigen, sondern Haltung zu zeigen. Auch die Fachstelle für Demokratie der Stadt München unterstützt die Familien und fordert, dass die offenen Fragen zur Tat endlich beantwortet werden.
Was kannst du tun? Du kannst hinschauen, wenn jemand ausgelacht oder ausgegrenzt wird, und dem Betroffenen beistehen. Du kannst bei einer Gedenkveranstaltung mitmachen oder eine Spendenaktion unterstützen, die sich gegen Rassismus einsetzt. In der Schule oder im Verein kannst du mit anderen diskutieren, was Zivilcourage bedeutet. Jede Stimme zählt – auch deine.
