Innenminister Karner sagt: Beim Asyl wandern erstmals seit Jahrzehnten mehr Menschen aus Österreich ab als zu. Was steckt dahinter?
Was ist passiert? Österreichs Innenminister Gerhard Karner hat im Fernsehen erklärt, dass beim Asyl zum ersten Mal seit Jahrzehnten eine sogenannte Minuszuwanderung besteht. Das bedeutet: Im ersten Halbjahr 2026 haben mehr Menschen Österreich verlassen als neu dazugekommen sind. Etwa 7.000 Personen sind laut Karner abgeschoben worden oder freiwillig – zum Teil mit Druck von den Behörden – ausgereist. Auch beim Familiennachzug, also wenn Asylberechtigte Verwandte nachholen, sind die Zahlen stark gesunken: von 6.000 Personen im ersten Halbjahr 2024 auf nur 55 im ersten Halbjahr 2026. Karner setzt zudem auf eine Prämie von bis zu 3.000 Euro für Syrerinnen und Syrer, die freiwillig in ihr Heimatland zurückkehren.
Wer hilft? Verschiedene Akteure arbeiten an Lösungen. Auf EU-Ebene wird der EU-Asylpakt verhandelt, damit Asylregeln in allen Mitgliedstaaten ähnlicher werden. In Österreich gibt es das Konzept der "Auszeit-WG" für jugendliche Straftäter – Karner sagte allerdings, dass die derzeit nur zwei Plätze in Wien nicht ausreichen. Er setzt sich außerdem für ein Maßnahmenpaket gegen Jugendkriminalität ein, das unter anderem polizeiliche Regelbelehrungen für Eltern und Kinder sowie ein Messertrageverbot vorsieht. Auch Messenger-Dienste sollen im Kampf gegen Terror unter strengen rechtsstaatlichen Regeln überwacht werden können.