Bei Mercedes-Benz streiten Konzernleitung und Gewerkschaft über längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn und über eine verschobene Sonderzahlung – die IG Metall ruft deshalb zum Protest auf.

Was ist passiert? Der Vorstand von Mercedes-Benz hat den Beschäftigten in Deutschland in einem Brief vorgeschlagen, dass sie künftig für das gleiche Geld länger arbeiten sollen. Außerdem soll eine tarifliche Sonderzahlung, der sogenannte Transformationsbaustein, in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsgehalts erst im nächsten Jahr ausgezahlt werden. Rund 90.000 der etwa 108.000 Beschäftigten in Deutschland wären davon betroffen. Der Vorstand begründet den Sparkurs mit einer "dramatischen" wirtschaftlichen Lage, mit Zöllen, Währungseffekten und hartem Wettbewerb in China.

Wer hilft? Die Gewerkschaft IG Metall setzt sich für die Beschäftigten ein und hat für diesen Freitag zu Protesten an mehreren Standorten aufgerufen, etwa in Sindelfingen, Stuttgart-Untertürkheim, Rastatt und Kuppenheim, aber auch in Bremen, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Ludwigsfelde und Germersheim. Die Vorsitzende Christiane Benner wird in Düsseldorf sprechen. IG Metall sagt klar: Die Beschäftigten sind nicht schuld an der Krise der Autoindustrie, in der im vergangenen Jahr 50.000 Jobs bei Herstellern und Zulieferern weggefallen sind. Die 35-Stunden-Woche soll verteidigt werden.