Eine neue Untersuchung aus Wien beweist: Wenn Österreich mehr Strom aus Wind und Sonne produziert, sinken die Preise für alle.

Forscher des Austrian Institute of Technology (AIT) haben herausgefunden, dass jede zusätzliche Terawattstunde Ökostrom den Preis um etwa zwei Euro pro Megawattstunde drückt. Klingt kompliziert? Stell dir vor, du kaufst eine große Flasche Wasser. Wenn es viele Flaschen im Supermarkt gibt, wird die einzelne Flasche billiger. Genauso funktioniert das auch beim Strom.

Das Problem: Österreich hat sein eigenes Ziel für den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie in den letzten zwei Jahren klar verfehlt. Hätten wir das Ziel erreicht, hätten alle Stromkunden zusammen 110 Millionen Euro gespart. Besonders spannend: Windräder senken die Preise fast doppelt so stark wie Solaranlagen auf Dächern.

Michael Strugl, der Chef von Österreichs größtem Stromkonzern, findet es einen "Treppenwitz", dass die Politik bei einem Gesetz zur Beschleunigung des Ausbaus so lange braucht. Er sagt: "Nicht-Handeln kostet Geld." Die Studienautorin Tara Esterl erklärt noch einen Vorteil: Mit mehr eigenem Ökostrom sind wir weniger abhängig von teurem Gas aus anderen Ländern. Wenn die Gaspreise plötzlich explodieren, trifft uns das dann nicht mehr so hart.