In Wien haben Ärztinnen, Ärzte und Politikerinnen neue Maßnahmen vorgestellt, um Mädchen und Frauen besser vor Genitalverstümmelung zu schützen.
Was ist passiert? Bei einer Pressekonferenz in Wien hat die Österreichische Ärztekammer zusammen mit dem FGM/C-Koordinationsbüro und Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) über das Thema Genitalverstümmelung informiert. FGM/C ist die englische Abkürzung für „Female Genital Mutilation/Cutting“ und bedeutet, dass äußere weibliche Geschlechtsorgane ohne medizinischen Grund verletzt oder entfernt werden. Laut einer Studie der Medizinischen Universität Wien aus dem Jahr 2024 sind in Österreich rund 11.000 Mädchen und Frauen betroffen, etwa 3.000 gelten als gefährdet.
Wer hilft? Es gibt klare Anlaufstellen für Betroffene. Ab dem 1. Oktober 2026 bekommen Ärztinnen und Ärzte ein neues Werkzeug, um schwangere Frauen, die selbst betroffen sind, über das Verbot von FGM/C in Österreich aufzuklären. Außerdem wird das Thema im Mutter-Kind-Pass dokumentiert, und es gibt einen Leitfaden für Fachkräfte. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) betont, dass die Bundesregierung den Kampf gegen FGM/C ernst nimmt und der Nationale Aktionsplan Schutz und Hilfe ausbaut.
