In Deutschland sind im letzten Jahr so viele politische Straftaten registriert worden wie nie zuvor.
Was ist passiert? Sicherheitsbehörden haben im vergangenen Berichtsjahr mindestens 85.000 politisch motivierte Straftaten gezählt – ein neuer Rekord. Zum Vergleich: 2015 waren es noch rund 39.000 Fälle. Die Zahl hat sich also in zehn Jahren mehr als verdoppelt. Es geht dabei zum Beispiel um Angriffe auf Parteibüros, Wahlkampfstände, Wohnheime für Geflüchtete oder auf Politikerinnen und Politiker. Die Polizei prüft bei solchen Taten, ob eine politische Motivation dahintersteckt. In 4.156 Fällen handelte es sich um Gewaltdelikte wie Körperverletzung oder Brandstiftung.
Wer hilft? Die Polizei und die Innenministerien der Bundesländer untersuchen die Taten und ordnen sie politischen Lagern zu. Aus den ausgewerteten Daten geht hervor, dass Ermittler 1.598 Gewalttaten dem rechtsextremen Bereich und 1.087 dem linken Spektrum zuordnen. Daneben gibt es Beratungsstellen, die sich an Menschen richten, die selbst betroffen sind oder sich gegen Hass und Gewalt engagieren wollen. Auch Schulen, Jugendclubs und zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten an Programmen, die über Demokratie und über die Folgen von politischer Gewalt aufklären.
