Im ersten Halbjahr 2026 haben sich so viele junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entschieden wie seit 2018 nicht mehr.
Rund 67.800 neue Ausbildungsverträge wurden im deutschen Handwerk in der ersten Jahreshälfte 2026 unterschrieben – das sind fast fünf Prozent mehr als im letzten Jahr. Handwerkspräsident Jörg Dittrich sagt: „Junge Menschen entscheiden sich bewusst für das Handwerk."
Viele Jugendliche machen sich laut der Handwerkskammer Sorgen, dass KI in Bürojobs unsicher werden könnte. Sie suchen deshalb Jobs, die weniger von Computern abhängen – zum Beispiel als Elektrikerin, Kfz-Mechatroniker oder im SHK-Bereich (Heizung, Sanitär, Klima).
Ein Elektromeister aus Stuttgart hatte jahrelang Probleme, seine Ausbildungsplätze zu füllen. Dieses Jahr bekam er 90 Bewerbungen für drei bis vier Plätze. Besonders gefragt sind aktuell Bauberufe, SHK-Berufe, Elektrohandwerk und Kfz-Mechatronik.
Es gibt also noch freie Stellen: Die Lehrstellenbörse der Handwerkskammern listet 20.460 offene Plätze in über 60 Berufen. Selbst wenn das Ausbildungsjahr in vielen Bundesländern schon im August startet – ein Einstieg ist laut Dittrich noch bis weit in den Herbst möglich.
