In Brandenburg gehen beim Jugendamt mehr Hinweise auf mögliche Gefährdungen von Kindern ein, gleichzeitig werden aber weniger Kinder aus ihren Familien geholt.
Im vergangenen Jahr haben die Jugendämter in Brandenburg 10.857 Verfahren geprüft, in denen es um eine mögliche Gefährdung von Kindern ging. Das sind 27,7 Prozent mehr als im Jahr davor. Eine Inobhutnahme, also das vorübergehende Herausholen eines Kindes aus der Familie, gab es 1.753 Mal, weniger als noch 2024 mit 2.069 Fällen. Bei 16 Prozent der Kinder sahen die Behörden eine akute Gefährdung, in 65 Prozent der Verfahren bestätigte sich der Verdacht am Ende nicht.
Viele Fachleute erklären sich den Anstieg der Meldungen so: Die Menschen in der Umgebung von Familien achten heute genauer hin. Lehrerinnen, Ärztinnen, Nachbarn oder Verwandte melden sich eher beim Jugendamt, wenn sie Sorgen haben. Das fühlt sich für manche Familien vielleicht wie mehr Kontrolle an, kann aber bedeuten, dass Probleme früher erkannt werden, bevor sie schlimmer werden.
Es gibt klare Anlaufstellen, die Familien und Kinder unterstützen. In Brandenburg wurden Kinderschutzambulanzen aufgebaut, das sind spezielle Räume, in denen Fachleute Kinder untersuchen können, wenn ein Verdacht auf Misshandlung oder Vernachlässigung besteht. Brandenburg war das letzte Bundesland, das solche Ambulanzen eingerichtet hat. Auch die Jugendämter selbst bieten Beratung an, etwa wenn Eltern sich überfordert fühlen oder es in der Familie häufiger Streit gibt.
