Eine große Befragung in Österreich zeigt, dass viele Beschäftigte sich im Job immer stärker belastet fühlen.

In Österreich wurden Betriebsratsvorsitzende, das sind gewählte Vertreterinnen und Vertreter der Beschäftigten, nach der Situation in ihren Betrieben gefragt. Das Ergebnis klingt erst mal komisch: 63 Prozent der Betriebe suchen dringend Personal. Gleichzeitig wollen aber längst nicht alle Unternehmen jeden einstellen. 22 Prozent sagen Nein zu Teilzeitkräften, 17 Prozent zu Menschen mit Kindern oder zu pflegenden Angehörigen. 29 Prozent zögern bei Bewerberinnen und Bewerbern über 50, und 35 Prozent möchten Langzeitarbeitslose nur ungern aufnehmen.

Die Arbeiterkammer (AK) und der ÖGB, also die großen Arbeitnehmervertretungen in Österreich, finden das problematisch. Sie sagen: Da draußen gibt es genug Leute, die arbeiten wollen, aber viele Betriebe nutzen dieses Potenzial nicht. Dadurch müssen diejenigen, die schon im Job sind, mehr arbeiten. Über die Hälfte der Befragten sagt: Die Produktivität, also wie viel jede und jeder einzelne Beschäftigte leistet, ist in den letzten drei Jahren gestiegen. Gleichzeitig berichten die Betriebsräte, dass der Druck im Job größer wird. Beschäftigte arbeiten öfter, obwohl sie eigentlich krank sind, und sie werden auch in der Freizeit öfter kontaktiert.