Immer mehr Industriebetriebe in Deutschland klagen über fehlende Materialien – Grund ist unter anderem die monatelange Blockade einer wichtigen Meerenge.
Das Ifo-Institut aus München hat im Juni nachgefragt: Fast jedes sechste Industrieunternehmen in Deutschland hat Probleme, an genug Material zu kommen – insgesamt 17,2 Prozent. Im Januar waren es erst 5,8 Prozent. Besonders schlimm ist es gerade bei Firmen, die Computer, Smartphones, Mikrochips oder optische Geräte herstellen: Dort melden 34,2 Prozent Engpässe. Auch die Autoindustrie spürt die Knappheit: Der Anteil stieg von 10,0 auf 15,7 Prozent.
Der Auslöser liegt weit weg: Im Februar haben die USA und Israel den Iran angegriffen. Daraufhin war die Straße von Hormus, eine schmale Meerenge zwischen Iran und Arabien, wochenlang blockiert. Durch diese Route läuft etwa ein Fünftel des weltweiten Öls. Da Öl ein wichtiger Ausgangsstoff für viele Kunststoffe und Chemieprodukte ist, fehlen diese Vorprodukte nun in deutschen Fabriken. Wer in Deutschland Auto, Elektronik oder Maschinen baut, merkt das.
