Die Chefin des großen Lkw-Herstellers Daimler Truck sagt: Die EU plant sehr strenge Klimaregeln für Lastwagen – und die Branche schafft das vielleicht nicht.
Die EU will, dass ab 2030 viel weniger CO2 aus Lastwagen kommt. Dafür müssen dann rund 35 Prozent aller neu verkauften schweren Lkw in Europa elektrisch fahren oder mit Wasserstoff betrieben werden. 2025 waren es laut Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström aber erst rund 2 Prozent. "eine wirklich große Herausforderung", sagte sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Schwere Lkw sind für über ein Viertel der Treibhausgase im europäischen Straßenverkehr verantwortlich.
Das Hauptproblem sieht Rådström beim Laden: Es gibt in Europa bisher nicht genug Ladestationen, die schwere Lkw versorgen können. Viele Speditionen, die gerne auf Elektro umsteigen würden, sind unsicher, ob sie ihre Trucks unterwegs überhaupt laden können. Dazu kommt: Diesel ist im Vergleich günstig, und Speditionen verdienen pro Transport oft nur sehr wenig Geld. "Sie können sich keine teuren Experimente leisten", sagte Rådström.
Rådström sagt nicht, dass die Klimaziele falsch sind. Sie fordert aber mehr Zeit und bessere Bedingungen: mehr Ladestationen, eine CO2-abhängige Lkw-Maut und einen "Realitätscheck" der Regeln. Außerdem müssten elektrische Lkw ungefähr gleich viel kosten wie Diesel-Lkw, damit Betriebe umsteigen. Sonst, so Rådström, "setzt Europa die Wettbewerbsfähigkeit seiner Nutzfahrzeugindustrie aufs Spiel".
