Die rechte Politikerin Marine Le Pen wurde von einem Gericht verurteilt, will aber trotzdem bei der nächsten Präsidentenwahl in Frankreich antreten.

Was ist passiert? Ein Pariser Berufungsgericht hat Marine Le Pen schuldig gesprochen, Geld aus der EU-Kasse falsch benutzt zu haben. Das Gericht sprach von Veruntreuung, weil Mitarbeiter, die eigentlich für das EU-Parlament arbeiten sollten, teilweise für ihre Partei tätig waren. Le Pen muss deshalb eine Geldstrafe zahlen und darf eine Zeit lang kein politisches Amt halten. Trotzdem hat sie im Fernsehen gesagt: «Heute Abend bin ich Kandidatin für die Präsidentschaftswahl.» Sie will das Urteil jetzt vor dem höchsten französischen Gericht anfechten.

Wer hilft? Ihre Partei heißt Rassemblement National, kurz RN. Der Chef der Partei ist Jordan Bardella, ein 30-jähriger Politiker, den viele junge Menschen mögen. Le Pen hat angekündigt, dass Bardella Premierminister werden soll, falls sie die Wahl gewinnt. Bei den Kommunalwahlen im März hat die RN viele Bürgermeisterposten gewonnen, sodass die Partei nun in vielen Städten und Gemeinden mitbestimmt.