Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe fliegt Israel im Südlibanon Bombenangriffe, und die Hisbollah-Miliz schickt Drohnen nach Israel – die Lage zwischen den beiden Ländern ist deshalb gerade sehr angespannt.
Was ist passiert? Seit einigen Tagen ruft die israelische Armee Menschen im Südlibanon auf, ihre Dörfer zu verlassen, und bombardiert anschließend Stellungen. Insgesamt 29 Orte waren betroffen. Bei den Angriffen wurde laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA mindestens ein Mensch getötet. Auf der anderen Seite hat die Hisbollah-Miliz Drohnen auf Israel geschickt. Israel und die Hisbollah greifen sich also weiter an, obwohl offiziell eine Waffenruhe gilt – diese besteht seit dem 17. April, wird aber im Alltag nicht eingehalten.
Wer hilft? In den Hauptstädten Beirut und Washington wird versucht, eine Lösung zu finden. Der libanesische Präsident Aoun hat seine Bevölkerung aufgefordert, sich hinter einem starken Staat zu versammeln, der das Machtmonopol über Waffen hat – also dafür zu sorgen, dass nicht verschiedene Milizen eigenmächtig handeln. Zwischen den USA und dem Iran laufen Verhandlungen über ein Ende des regionalen Kriegs, in dem der Libanon eine zentrale Rolle spielt. Der Iran, ein Verbündeter der Hisbollah, will, dass ein Waffenruheabkommen auch den Libanon einschließt; Israel ist strikt dagegen.
