Japans Parlament hat eine Reform beschlossen, damit die Thronfolge in der ältesten Erbmonarchie der Welt auch in Zukunft gesichert ist.

In Japan gibt es gerade ein großes Thema: Wer soll eigentlich nach dem aktuellen Kaiser Naruhito den Thron besteigen? Denn männliche Nachkommen fehlen. Der einzige junge Mann in der Kaiserfamilie ist Prinz Hisahito, der 19-jährige Neffe des Kaisers. Theoretisch gibt es nur noch drei mögliche Kandidaten: Kronprinz Akishino (60), sein Sohn Hisahito und Prinz Hitachi (90), der Onkel des Kaisers. Das Parlament hat jetzt einen Gesetzentwurf verabschiedet, der das ändern soll.

Die Idee: Männer aus alten Adelsfamilien, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Titel verloren hatten, sollen in die Kaiserfamilie aufgenommen werden können. So würde es wieder mehr mögliche Thronfolger geben. Zusätzlich dürfen Frauen aus dem Kaiserhaus ihren kaiserlichen Status behalten, auch wenn sie einen normalen Bürger heiraten. Ihre Ehemänner und Kinder gehören aber nicht zur Kaiserfamilie.

Was die Reform nicht ändert: Frauen können weiterhin nicht Kaiserin werden. Das schließt vor allem Prinzessin Aiko (24) aus, die Tochter des Kaisers. Dabei wünschen sich laut Umfragen rund 83 Prozent der Japanerinnen und Japaner, dass eine Frau auf den Thron kommen kann. Auch am berühmten Shibuya-Kreuz in Tokio sagen viele Menschen, sie würden sich über eine Kaiserin Aiko freuen.

Jetzt muss noch das Oberhaus zustimmen. Wenn alles klappt, tritt die Reform vor dem 17. Juli in Kraft. Es wäre die erste große Änderung des Kaiserhausgesetzes seit 1947 - also seit fast 80 Jahren.