Die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni hat bei einer Abstimmung über ein neues Wahlrecht knapp verloren.
Stell dir vor, du willst in deiner Klasse eine Klassenfahrt planen, aber ein paar Leute aus deiner eigenen Gruppe stimmen plötzlich dagegen. So ähnlich lief es gerade in Italien. Die Premierministerin Giorgia Meloni hatte sich vorgenommen, das Wahlrecht zu verändern, also die Regeln, nach denen die Leute in Italien ihre Abgeordneten wählen. Ein wichtiger Teil ihrer Idee: Wählerinnen und Wähler sollen auf den Listen der Parteien wieder einzelne Kandidaten mit einer Vorzugsstimme bevorzugen können, also sagen können: Diese Person finde ich am besten, ich wähle sie direkt. Dieser Vorschlag wurde in einer geheimen Abstimmung abgelehnt. 188 Abgeordnete haben mit Nein gestimmt, 187 mit Ja. Das ist wirklich haarscharf.
Normalerweise hat Melonis Koalition aus drei Parteien eine deutliche Mehrheit im Parlament. Trotzdem haben einige Abgeordnete aus dem eigenen Lager offenbar gegen die Linie ihrer Chefin gestimmt. In einer geheimen Abstimmung weiß niemand, wer wie abgestimmt hat. Dadurch ist es für die Parteispitzen schwerer, ihre Leute unter Kontrolle zu halten. Genau das ist hier passiert: Die Niederlage zeigt, dass die Mehrheit nicht mehr so stabil ist, wie es aussieht.
Nach der Abstimmung hat Meloni gesagt: „Wir haben es versucht. Der Sumpf hat wieder einmal gesiegt." Damit meint sie die Politikerinnen und Politiker, die Reformen blockieren. Die Opposition sieht die Niederlage als Schwäche und fordert, dass Meloni zurücktritt und Italien neu wählt. Wahlen stehen in Italien sowieso für das nächste Jahr an. Meloni und ihre Partei führen aber in Umfragen weiter vorne. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie trotzdem im Amt bleibt und die Reform weiter versucht durchzubekommen. Die Sache ist also noch nicht vorbei.
