Wer mit dem Auto in Italien Urlaub macht, kann Jahre später eine Mautrechnung bekommen – der ÖAMTC erklärt, was du tun solltest.
Stell dir vor: Du bist vor drei Jahren in Italien im Urlaub gewesen und plötzlich liegt ein Brief von einem italienischen Inkasso-Unternehmen im Kasten. Du sollst Maut nachzahlen – plus ein paar Euro Gebühren. Genau das passiert gerade österreichischen Urlaubern, wie der ÖAMTC berichtet. Grund ist, dass sich an manchen italienischen Mautstationen der Schranken auch dann öffnet, wenn du gar nicht bezahlt hast. Das soll Stau verhindern, hat aber zur Folge, dass die offene Maut erst viel später auffällt.
Die italienischen Behörden lassen sich laut "5 Minuten" oft Zeit, den Fahrzeughalter zu finden. In Italien gilt eine Verjährungsfrist von zehn Jahren – das heißt, sie können theoretisch noch ein Jahrzehnt nach deiner Reise eine Rechnung schicken. Deshalb bekommen manche Urlauber die Post erst Jahre später.
Die gute Nachricht: Du bist nicht allein. Der ÖAMTC bekommt "sehr oft" Fragen zu solchen Briefen. Die ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner rät: Erstmal Ruhe bewahren und genau prüfen, bevor du zahlst. Eine Forderung ist plausibel, wenn Datum und Ort stimmen und die Frist noch nicht abgelaufen ist. In einem bekannten Fall waren es nur 1,36 Euro Maut plus 4,78 Euro Bearbeitungsgebühr.
In Norditalien rund um Mailand gibt es das "Free Flow"-System. Dort kannst du an der Mautstation gar nicht bar bezahlen. Du musst dich vorher registrieren oder innerhalb von 15 Tagen nachzahlen. Wer das verpasst, landet im Mahnverfahren.
