Die Gemeinde Imst in Tirol hat eine Straße, die nach dem Gründer der SOS-Kinderdörfer benannt war, umbenannt.

Was ist passiert? Der Gemeinderat von Imst hat am Mittwoch mit 18 Stimmen für den neuen Namen „Am Sonnberg“ gestimmt. Damit verschwindet der Name Hermann Gmeiner von einer Straße, die ihm gewidmet war. Imst war 1951 der Ort, an dem das weltweit erste SOS-Kinderdorf eröffnet wurde. Schon im Dezember 2025 war sein Name von einer Schule und einem Kindergarten entfernt worden. Der Bürgermeister Stefan Weirather von der ÖVP sagte, man könne nie ganz ausschließen, dass neue belastende Informationen über eine Person bekannt werden. Genau das ist jetzt passiert.

Wer hilft? In den vergangenen Monaten haben sich viele Menschen mit dem Thema beschäftigt. Eine Reformkommission hat untersucht, was in den Kinderdörfern passiert ist. Die Tiroler Landesregierung hat Gmeiner und seinem Nachfolger eine hohe Auszeichnung entzogen. In Innsbruck und Imst haben Bürgerinnen und Bürger Vorschläge für neue Straßennamen eingebracht. So wurde aus der alten Hermann-Gmeiner-Straße Stück für Stück „Am Sonnberg“. Die Stadt möchte damit klar machen: Die Arbeit der Hilfsorganisation und das Verhalten ihres Gründers werden getrennt betrachtet.