In vielen deutschen Städten posten Mütter Fotos, auf denen sie ihre Babys in der U-Bahn, im Museum oder im Supermarkt stillen – und wehren sich damit gegen Blicke und Sprüche.

Es begann mit einem unangenehmen Vorfall in einem Einkaufszentrum in Saarbrücken: Eine Mutter wurde vom Sicherheitsdienst gebeten, ihr Baby nicht mehr zu stillen. Kurz darauf posteten Mütter aus dem ganzen Land Fotos von sich beim Stillen an öffentlichen Orten – in Berlin, München und vielen anderen Städten. Die Aktion heißt #ichstillwoichwill, auf Deutsch: „Ich stille, wo ich will“.

Organisiert wird die Kampagne von Katharina Kokott. Sie ist selbst Mutter von zwei Kindern und hat das Mama Netzwerk Berlin gegründet. Kokott erzählt, dass sie ihren älteren Sohn irgendwann nur noch zu Hause stillte, weil sie die Blicke und Kommentare von anderen Leuten nicht mehr aushalten wollte. Genau das wollten viele Frauen ändern – und haben sich deshalb zusammengetan.

Allein in Berlin haben sich laut Kokott rund 120 Frauen in U-Bahnen, Museen, Bibliotheken und Supermärkten beim Stillen fotografieren lassen. Die Bilder landen auf Instagram und anderen Plattformen. Manche Menschen reagieren darauf mit Hass, zum Beispiel mit Sprüchen wie „Brüste sind ekelhaft“. Andere finden die Aktion gut, weil sie zeigt, dass Stillen ganz normal ist.