In vielen deutschen Freibädern greifen Bademeister in diesem Sommer immer häufiger ein, weil Kinder ohne Eltern am Wasser spielen – oft, weil die Eltern aufs Handy schauen.
Was ist passiert? In großen Freibädern wie dem Stadionbad in Köln finden Mitarbeiter an einem heißen Wochenende regelmäßig 10 bis 15 Kinder ohne erkennbare Aufsichtsperson – manche davon direkt im Wasser. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erklärt, dass Wasser Kinder extrem anzieht. Sie spielen am Rand, sind neugierig und überschätzen sich oft. Genau deshalb kann ein kurzer Moment ohne Aufsicht reichen, damit ein Kind lautlos untergeht. Ertrinken passiert leise und schnell – auch in flachem Wasser.
Wer hilft? In vielen Städten laufen Aufklärungskampagnen. Frankfurt wirbt mit "KleinNieAllein" dafür, kleine Kinder nie allein zu lassen. In Köln gehen neben Plakaten und Lautsprecherdurchsagen auch Maskottchen durchs Bad und sprechen Familien direkt an. In Essen hängen Banner mit Warnungen, in Hamburg erinnert der Betreiber Bäderland: "Der Blick aufs Handy kann Ihrem Kind das Leben kosten." Bademeister ermahnen Eltern direkt, wenn sie merken, dass niemand auf ein Kind im Wasser achtet.
