Eine offizielle Beschwerdestelle hat herausgefunden, dass Plattformen wie Instagram oder TikTok Hassrede oft zu Unrecht online lassen.

Stell dir vor, du meldest einen richtig fiesen Hasskommentar auf Instagram – und die Plattform sagt: „Der bleibt online, der verstößt nicht gegen unsere Regeln.“ Genau das passiert offenbar ziemlich oft. Das Appeals Centre Europe, eine Art Schiedsrichter-Stelle für soziale Netzwerke, hat sich im ersten Jahr über 30.000 Beschwerden angesehen. In 70 Prozent der Fälle, in denen es um Hassrede ging, die nicht gelöscht wurde, hat das Zentrum die Entscheidung der Plattform gekippt. Das heißt: Die Inhalte waren sehr wohl problematisch und hätten entfernt werden müssen.

Die gute Nachricht: Es gibt eine Stelle, die sich das genau anschaut und den Nutzerinnen und Nutzern hilft. Das Appeals Centre Europe prüft unabhängig, ob die Plattformen ihre eigenen Regeln richtig anwenden. Es kann zwar keine Strafen verhängen, aber die Plattformen müssen sich mit den Entscheidungen auseinandersetzen. Außerdem will das Zentrum bald gemeinsam mit den Plattformen und der EU-Kommission bessere Regeln für den Umgang mit Beschwerden entwickeln.