In der britischen Labour-Partei hat ein Mann aus dem Norden offenbar den Machtwechsel gewonnen – und damit steht auch der Wechsel an der Regierungsspitze bevor.

Was ist passiert? Bei Labour, der Partei des britischen Premierministers, wird gerade ein neuer Vorsitzender gesucht. Klarer Favorit ist Andy Burnham, ein Politiker aus Manchester, der früher Bürgermeister dieser großen Stadt im Norden Englands war. 322 von 403 Abgeordneten – also fast alle – haben gesagt: Wir wollen ihn. Bewerber müssen mindestens 20 Prozent der Abgeordneten sowie einige Gewerkschaften hinter sich bringen. Wenn bis zum 16. Juli kein Gegenkandidat auftaucht, ist die Sache durch, und Burnham wird neuer Labour-Chef. In Großbritannien bedeutet das automatisch: Er wird auch Premierminister.

Wer hilft mit? Viele in der Partei unterstützen ihn, weil sie sich einen Neuanfang wünschen, nachdem Labour bei Wahlen im Mai stark verloren hat. Sein Mentor David Blunkett sagt, Burnhams Stärke sei seine Nähe zu den Menschen. Sein Parteifreund Graham Stringer nennt ihn „einen der beliebtesten Politiker, die ich je kennengelernt habe“. Auch in Umfragen schneidet er besser ab als alle anderen Parteichefs: 34 Prozent der Bevölkerung finden ihn gut. Sogar ein Abgeordneter bot an, seinen Sitz abzugeben, damit Burnham ins Parlament zurückkehren könnte.