Die Stiftung hinter Günter Grass sucht einen neuen Verlag – weil der bisherige Steidl Verlag in Göttingen pleite ist.

Seit 1993 erschienen viele Bücher von Günter Grass beim Göttinger Steidl Verlag. Doch im Mai 2026 hat die Günter und Ute Grass Stiftung die Zusammenarbeit beendet. Der Grund: Der Verlag hat laut Stiftung wiederholt Rechnungen nicht bezahlt. Anfang Juli wurde dann das vorläufige Insolvenzverfahren über die Steidl GmbH & Co. OHG eröffnet – ein Gerichtsverfahren, das bei Zahlungsproblemen greift.

Ein Grund zur Sorge? Teilweise. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Lage unangenehm: Mehrere von ihnen klagen mit Hilfe des Göttinger Arbeitsrechtlers Sascha John auf ausstehende Gehälter. Außerdem sind laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter Stefan Liese unbezahlte Sozialabgaben im Gespräch – also Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung.

Für die Leserinnen und Leser ändert sich erst einmal wenig: Bücher von Günter Grass bleiben im Handel erhältlich. Die Stiftung verhandelt jetzt mit anderen Verlagen, wer künftig neue Ausgaben und Neuauflagen herausbringen darf. Welche das sein werden, ist noch nicht bekannt – die Gespräche laufen vertraulich.