Die Grünen im Parlament finden, dass die neue Glücksspielreform der Regierung vor allem Geld bringen soll – und Spieler zu wenig schützt.
Was ist passiert? Die österreichische Regierung plant eine neue Glücksspielreform. Nina Tomaselli, eine Politikerin der Grünen, hat diese Reform bei einer Pressekonferenz kritisiert. Sie sagt: „Glücksspielreform ist Einnahmenreform“ – also: Es geht der Regierung vor allem um mehr Geld, nicht um den Schutz von Spielerinnen und Spielern. In Österreich gelten rund 350.000 Menschen als spielsüchtig, etwa 80 Prozent von ihnen haben Schulden. Die Reform sieht vor, dass der Staat von 2028 bis 2031 immer mehr Geld mit Glücksspiel verdient – bis zu 200 Millionen Euro im Jahr 2031. Außerdem soll es bald 13 Casinos in Österreich geben, weil eine weitere Konzession ausgeschrieben wird.
Wer hilft? Tomaselli und die Grünen fordern Nachbesserungen. Sie wollen, dass eine neue Glücksspielbehörde und ein Sperrregister – also eine Liste mit gesperrten Spielern – endlich mit klaren Fristen umgesetzt werden. Auch sollen Lootboxen in Computerspielen endlich reguliert werden. Tomaselli nennt Lootboxen die „Einstiegsdroge Nummer 1“ für Jugendliche, weil sie zufällige Belohnungen gegen Bezahlung anbieten. Positiv ist: Die Einzahlungslimits wurden bereits von 10 auf 5 Euro gesenkt, und man kann nur noch jede zweite Sekunde spielen statt jede Sekunde. Auch Beratungsstellen und Suchthilfeeinrichtungen in Österreich unterstützen Betroffene und Angehörige, etwa bei Schuldenproblemen.
