Forscherinnen und Forscher in Wien haben herausgefunden, wie ein Stoff aus dem Gift einer Kegelschnecke Schmerzen hemmen kann – ganz ohne Opioide.
Kegelschnecken sind Meerestiere, die ihre Beute mit einem Gift betäuben. Dafür haben sie eine Art kleine Harpune. In dem Gift stecken hunderte bis tausende verschiedene Wirkstoffe. Einer davon heißt AoIA und kommt von der Art Conus araneosus.
Ein Team um den Wissenschaftler Harald Sitte von der Medizinischen Universität Wien hat AoIA jetzt ganz genau untersucht. Die Studie zeigt: AoIA dockt an ein bestimmtes Protein im Nervensystem an, den Noradrenalin-Transporter. Dadurch kann der Körper Schmerzen besser selbst unterdrücken. Wichtig: Das Peptid wirkt nicht über Opioid-Rezeptoren, also über andere Stellen als bekannte starke Schmerzmittel.
Im Tierversuch reichte schon eine einzige Spritze unter die Haut, damit AoIA entzündungsbedingte Schmerzen linderte. Die Tiere wirkten dabei nicht müde oder benommen, und ihre Bewegung blieb normal. Das ist ein Unterschied zu vielen herkömmlichen Schmerzmitteln, die oft sedierend wirken.
