Ein Mann wurde zu einem Jahr Haft verurteilt, weil er seinem Bruder zur Flucht aus einer psychiatrischen Einrichtung in Berlin verholfen haben soll.

Was ist passiert? Im Dezember 2023 haben maskierte Personen in Berlin-Buch nachts Zäune durchgeschnitten, um einen Häftling aus dem Krankenhaus des Maßregelvollzugs zu befreien. Das ist eine Klinik, in der psychisch kranke oder suchtkranke Straftäter untergebracht sind. Der Plan ging nicht auf: Als der Alarm losging, sind die Täter geflüchtet. Jetzt, rund zweieinhalb Jahre später, hat das Amtsgericht Tiergarten den 23-jährigen Bruder des Mannes zu einem Jahr Haft verurteilt – wegen versuchter Gefangenenbefreiung. Er hat im Prozess gesagt, er sei nicht am Tatort gewesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, das heißt, es könnte noch angefochten werden.

Wer hilft? In solchen Fällen arbeiten Polizei und Gericht zusammen, um Beweise zu sichern und die Verantwortlichen zu identifizieren. Hier haben Ermittler eine DNA-Spur an einem benutzten Werkzeug gefunden, die zum Angeklagten geführt hat. Die Staatsanwaltschaft hat neun Monate Haft gefordert, die Verteidigung hat auf Freispruch plädiert – das Gericht hat am Ende ein Jahr entschieden. Auch soziale Beratungsstellen, Suchthilfen und Bewährungshelfer können Familien unterstützen, die in kriminelle Strukturen hineingeraten, um Wege aus Gewalt und Druck zu finden.