Die iranische Fußball-Nationalmannschaft spielt bei der WM in den USA – obwohl die USA und der Iran im Krieg sind. Das gab es noch nie.

Was ist passiert? Die iranische Mannschaft reist trotz eines Krieges zwischen den USA und dem Iran zur Weltmeisterschaft in die Vereinigten Staaten. Am Dienstag spielt sie gegen Neuseeland, danach gegen Belgien und Ägypten. Damit sie überhaupt antreten konnte, mussten FIFA, die US-Regierung und der Iran einen Kompromiss aushandeln. Die Spieler reisen aus Mexiko mit dem Bus an, übernachten aber nicht in den USA, sondern fahren sofort wieder zurück. Der Verbandspräsident Mehdi Tadsch sagte: „Ich habe die FIFA noch nie so schwach erlebt.“

Wer hilft, die Lage zu entschärfen? Die FIFA, die US-Regierung und der iranische Verband haben Sicherheitsgarantien vereinbart, damit Spieler und Betreuer geschützt sind. Die iranische Seite verlangt, dass nur die offizielle Flagge des Landes in den Stadien gezeigt wird. Zwar haben alle Spieler ein US-Visum bekommen, aber nicht alle Mitarbeiter des Verbands – Verbandschef Tadsch fehlt die Einreiseerlaubnis. Demonstrationen von iranischen Oppositionellen vor dem Stadion sorgen für zusätzliche Spannungen, gleichzeitig achten FIFA und Sicherheitskräfte darauf, dass keine politischen Symbole ins Stadion gelangen.