Der argentinische Fußballstar Antonio Rattín, der 1966 für einen berühmten Streit auf dem Platz sorgte, ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

Antonio Rattín war ein argentinischer Fußballer, der in den 1960er Jahren aktiv war. Er spielte als Mittelfeldspieler für den Verein Boca Juniors in Buenos Aires und für die argentinische Nationalmannschaft. Insgesamt bestritt er 34 Länderspiele für Argentinien und 353 Spiele für seinen Verein, mit dem er vier Meisterschaften gewann.

Sein größter und bekanntester Moment war das WM-Viertelfinale 1966 in England. Dort traf Argentinien auf den Gastgeber England und verlor mit 0:1. Doch Rattín sorgte nicht durch Tore für Aufsehen, sondern durch einen heftigen Streit mit dem deutschen Schiedsrichter Rudolf Kreitlein. Dieser Vorfall führte dazu, dass die Rote Karte als Symbol für einen Platzverweis im Fußball eingeführt wurde – deshalb wird Rattín auch "Geburtshelfer" der Roten Karte genannt.

Nach seiner aktiven Karriere blieb Rattín dem Fußball verbunden. Von 2001 bis 2005 war er sogar als Politiker in der argentinischen Abgeordnetenkammer tätig. Sein Verein Boca Juniors trauert um ihn und bezeichnete ihn als "Idol und Aushängeschild unseres Vereins".

Rattín war bekannt für sein leidenschaftliches Auftreten auf dem Platz. Er gehörte zu einer Generation von Spielern, die den argentinischen Fußball international bekannt machten. Auch wenn er bei der WM 1966 kein Tor schoss, ging er doch als einer der bekanntesten Spieler dieses Turniers in die Geschichte ein.